Die Freiheit

 

Ich bin´s, die Freiheit. Ich such` meine Tochter, die Hoffnung. Die reißt immer aus, verläuft sich und wird die falsche Hoffnung. Wenn sie in die Fänge der Realität gerät, schweigt sie wieder tagelang. Ich nehme sie oft mit, auf Dienstreise. Ist gar nicht so leicht. Die Leute sitzen in auf dem Ruhekissen Sicherheit, trinken den Kakao, durch den Sie gezogen werden und haben sich dem Elend unterworfen. Dann komme ich: „Setz dich in Bewegung und folge mir. Nein, kein Gepäck!“  Sind nicht gerade willkommen. Aber wenn die Hoffnung ihr charmantes Lächeln aufsetzt, kriegen wir sie alle überredet. Bald sind wir Freunde für´s Leben. Es gibt auch die, die mich rufen, die hol´ ich aus tiefen Kerkern raus. Manche hören meilenweit meinen Ruf. Und wer meinen Ruf hört, wie wird der noch aufzuhalten sein? Es ist der Klang von 77 Posaunen. Mein Licht ist 7 Sonnen hell. Mein Atem ist der Wind, der über 7 Meere fegt. Meine Blitze machen Blinde sehend. Mein Donner ist stärker als Erdbeben und Vulkanausbruch, wenn meine Wut geweckt wird. Mein Steckbrief hängt in allen Welten. Niemand wird mich fangen. Ich bin schneller als die Sterne fallen und stärker als Erdanziehung. Wer mir folgt, bekommt neue Freunde, den Mut, die Weisheit, die Wahrheit und die Gerechtigkeit, die alten Haudegen. Und die 3 Schönheiten: Glaube, Liebe, Hoffnung. Der wird den aufrechten Gang erlernen und die Welten sehn.  Wer mir folgt, der muss einen Teil von sich selbst opfern: Jedermanns Liebling, sonst kann man mir nicht folgen. Oft rufen mich die, die keinen Ausweg sehen, weil es keinen mehr gibt. Dann kann ich nur noch in ihren Gedanken sein. Manchen bin ich der letzte Freund, der größte Wunsch oder der einzige Weg. Wer mir folgt, trägt eine schwere Bürde. Ich bin nicht das Schlaraffenland und erst recht kein Kindergeburtstag. Ich bin nicht der Stern, der Euch in den Schoß fällt, nicht der auf dem Bauch liegende Mond am anderen Ende der Welt. Ich bin nicht der Kuss zwischen Himmel und Meer, auch nicht der Horizont, der darüber errötet, weil die fallende Sonne es sah. Ich bin nicht im eiskalten Blau der Augen, die im sturen Geradeaus des Egos nicht um sich sehn. Ich bin das, was bleibt, wenn Du nichts mehr verlieren kannst, das verrückte Leben mit seiner Hässlichkeit. Ich bin das Lachen über das Schicksal, als sei es ein mieser Witz und nicht mehr. Ich bin das Seil, mit dem Du kopfüber am Abgrund hängst und nicht fällst. Ich bin der Anfang im Ende. Ich bin die Heimat in Dir selbst. Wer mir folgt, bekommt die 7 Leben einer Katze.

(Text: Teresa Trauth)

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